Informationen zum Bielefelder Modell

Jede Schule hat in ihrer Arbeit eine Reihe von Zielen zu erreichen. Leider muss man feststellen, dass viele dieser Ziele durch das Verhalten von SchülerInnen nicht erreicht werden.

Gerade im Unterricht ist die Gefahr groß, dass durch das negative Verhalten einzelner SchülerInnen die eigentlichen Ziele aus dem Blickfeld geraten, wertvolle Zeit mit meist wirkungslosen Disziplinierungsmaßnahmen u.ä. vertan wird und bei den grundsätzlich lern- und arbeitsbereiten SchülerInnen Lernlust und –freude verloren gehen.

Bei der zuvor geschilderten Situation setzt das Programm „Eigenverantwortliches Denken in der Schule“ des Bielefelder Diplompsychologen Dr. Stefan Balke an. Nach diesem Programm wird an unserer Schule gearbeitet.

Die nun folgenden Darstellungen sind Teil des Schulprogramms der Hauptschule der Stadt Rees und deshalb allgemein verbindlich. Das Konzept geht von der Voraussetzung aus, dass die Schüler in der Lage sind, ihr Lern- und Sozialverhalten im Unterricht eigenverantwortlich zu steuern und im Unterricht folgende drei Grundregeln einzuhalten:

1.      Alle beteiligten Personen gehen respektvoll miteinander um.

2.      Alle SchülerInnen haben das Recht, ungestört zu lernen.

3.      Alle Lehrer haben das Recht, ungestört zu unterrichten.

 Bei Einhaltung dieser Grundregeln kann der Unterricht entspannt und zielgerecht ablaufen. Daher müssen Störungen aus dem Unterricht herausgehalten werden. Der Lehrer muss ungestört weiter unterrichten und die Schüler müssen ungestört weiter lernen können.

 Um dies zu erreichen, gibt es nach dem Konzept des Herrn Dr. Balke folgenden Weg:

-         Der unterrichtende Fachlehrer geht nicht auf die Störungen ein, sondern stellt den störenden Schüler einmal vor die Entscheidung, die Störung zu unterlassen und weiter am Fachunterricht teilzunehmen oder den Unterrichtsraum zu verlassen und zum „Trainingsraum“ zu gehen.

-         Stört er trotz seiner Zusage ein zweites Mal den Unterricht, geht er mit einem „Überweisungsschein“, auf dem Zeitpunkt und Art des Störens eingetragen werden, zum so genannten „Trainingsraum“.

-         In diesem Raum, der an jedem Unterrichtstag von der ersten bis zur letzten Schulstunde mit einem „Trainingslehrer“ besetzt ist, muss der Schüler sich schriftlich zu seiner Unterrichtsstörung äußern und einen Plan entwerfen, wie er sein Verhalten positiv verändern will.

-         Mit diesem Plan geht der Schüler zu seinem Fachunterricht zurück und legt ihn dem unterrichtenden Fachlehrer vor. Dieser entscheidet, ob er den Plan akzeptiert und den Schüler aufnimmt oder ob der Schüler in den „Trainingsraum“ zurückgehen und einen anderen Plan erstellen muss.

-         Stört der Schüler im „Trainingsraum“, wird er einmal ermahnt. Lenkt der Schüler nicht ein, wird er nach Hause geschickt und darf die Schule am nächsten Tag nur in Begleitung eines Erziehungsberechtigten wieder betreten. „Trainingslehrer“ oder Schulleiter/in führen mit dem Schüler und dem Erziehungsberechtigten ein Gespräch. Nach diesem Gespräch schreibt der Schüler einen Plan und fragt auf der Grundlage dieses Planes den Lehrer, in dessen Unterricht er gestört hat, ob er wieder am Unterricht teilnehmen darf.

-         Ist ein Schüler besonders häufig in den „Trainingsraum“ geschickt worden, tritt ein verschärftes Verfahren, das so genannte „Earn all“ in Kraft, das dann betroffenen Schülern und Eltern ausführlich mitgeteilt und erklärt wird.

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